Schlaf – Wasserspülung im Gehirn

Warum müssen wir eigentlich schlafen? Diese Frage hat sich wohl jeder von uns schon einmal gestellt, und Wissenschafter rätseln schon jahrelang über die Funktion des Schlafes bei Mensch und Tier. Nun konnte ein Forscherteam aus den USA an Mäusehirnen zeigen, dass während des Schlafes die Gehirnzellen schrumpfen. Während dessen wird mittels einer Art von Wasserspülung giftiger Müll ausgespült und dadurch das Gehirn gereinigt.

Ein Pferd schläft drei Stunden, ein Igel 18 Stunden und die braune Fledermaus verschläft 20 von 24 Stunden am Tag. Ein erwachsener Mensch braucht zwischen sechs und acht Stunden Schlaf. Was aber hat es damit auf sich, dass wir ein Drittel unseres Lebens verschlafen? Hypothesen zur Funktion des Schlafes gibt es etliche, der wissenschaftliche Beweis für deren Richtigkeit fehlt jedoch bei den meisten von ihnen. Fest steht, dass der Schlaf für Menschen und höhere Tiere lebensnotwendig ist und Schlafentzug krank macht, ja sogar zum Tod führt.

Unbestritten ist auch, dass der Schlaf der Regeneration dient. Zu wenig Schlaf wirkt sich negativ auf Immunsystem und Stoffwechsel aus, und Wunden heilen schlechter. Fest steht auch, dass wir im Schlaf Erinnerungen und Erlebnisse verarbeiten. Die These sagt, dass das Gehirn dabei von überflüssigen Informationen befreit wird.

Eine völlig andere Reinigungsmethode beschreibt Maiken Nedergaard (Uni Rochester, New York). Sie sorgte für Aufsehen, als sie in einem medizinischen Fachblatt ein bis dahin unbekanntes „Entwässerungssystem“ im Hirn beschrieb, das sie „glymphatisches System“ nannte. Dieses Leitungsnetz aus speziellen Zellen pumpt Hirnwasser und Abfallstoffe aus dem Denkorgan, ähnlich dem Lymphsystem des Körpers. Nedergaard fand außerdem heraus, dass dieses Kanalsystem im Hirn während der Schlafphasen zehnmal so aktiv arbeitet, wie im Wachzustand. Dies deshalb, weil im Schlaf die Gehirnzellen um bis zu 60 Prozent schrumpfen, was Platz für die Abwasserkanälchen schafft, die toxische Stoffe und Zellen aus dem Gehirn abtransportieren. Im Wachzustand sind diese Kanälchen verschlossen.

Das Team um Maiken Nedergaard ist sicher, dass diese neue Erkenntnis eine wichtige Rolle in der Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer spielen kann.

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