Billiglebensmittel - wer zahlt dafür?

Für viele Menschen fällt die Kaufeintscheidung auch bei Lebenmitteln über den Preis. Jedes Sonderangebot wird aufgespürt und umgehend in den Einkaufswagen verfrachtet. Dabei müssen Herr und Frau Österreicher gerade mal 12 % ihrer monatlichen Einkünfte für Lebensmittel ausgeben. In den 1970er Jahren war dieser Anteil noch doppelt so groß. Wenig verwunderlich also, dass bei laufend sinkenden Preisen auch die Qualität der Lebensmittel auf der Strecke bleibt: Wer billige Lebensmittel will, der muss damit rechnen, dass er auch Billigware bekommt. Von vielen ignoriert, von vielen wissend in Kauf genommen ist diese Tatsache vielleicht ein Zeichen der modernen Zeit?

Gerade ist der Pferdefleisch-Skandal aus dem Bewusstsein des Konsumenten verschwunden, schon ist das nächste Gammelfleisch aufgetaucht. Und auch das wird rasch wieder in Vergessenheit geraten. Wer will sich schon mit ekelerregend verfärbtem Separatorenfleisch, das grob gereinigt wird und dann in der Nahrungskette verschwindet, auseinandersetzen. Sowas passiert ja anderswo, nicht hier bei uns, nein, nein.

Kann es sein, dass wir unser Qualitätsbewusstsein für das, was auf unseren Tellern landet, schon verloren haben? Überlegen wir uns doch einmal, wie und was wir selber essen:

  • Frühstück? Nein, viel zu eilig morgens. Ein Kaffee im Stehen ist für viele das höchste der Gefühle. Mehr ist oft nicht drin.
  • Mittags? Viel zu wenig Zeit zum Einkaufen, und erst recht zum Kochen. Also schnell etwas aus dem reichhaltigen Fast-Food-Angebot gewählt und dann – oft vor dem Bildschirm, man will sich ja entspannen, oder noch auf dem Rückweg ins Büro  – verzehrt. 
  • Aber am Abend, jetzt muss endlich ausgespannt werden. Man hat schließlich einen harten Tag hinter sich. Kühlschrank auf, Essbares herausgefischt und ab vor den Fernseher. Schmeckt man eigentlich, was man da in sich hinein stopft? Wohl kaum.

Die Frage, warum in Österreich mehr als die Hälfte der Männer und ein Drittel der Frauen übergewichtig ist, beantwortet sich hier sozusagen von selbst. Bestimmt lebt nicht jeder so, wie hier in polemischer Weise beschrieben, und das Bewusstsein für gutes Essen verbessert sich zum Glück auch langsam wieder. Doch es sind noch immer viel zu viele, vor allem junge Menschen, die kaum einen Gedanken daran verschwenden, wie und vor allem was sie essen. Hauptsache günstig und viel - Qualitätsfragen sind was für Spießer.

Darum sollten wir, wenn wir uns selbst etwas Gutes tun wollen, mit Achtsamkeit an das herangehen, was wir einkaufen und was wir auf unseren Teller bringen. Denn wenn Lebensmittel sehr billig sind, zahlt dabei immer jemand drauf. Viele Konsumenten zumindest mit ihrer Gesundheit. 

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Der hohe Preis der Fleischeslust