Stellungnahme Rechtsstreit VKI

Gespeichert von signal am Mi, 12.02.2020 - 17:08
Ernährung

Liebe Interessentin!
Lieber Interessent!

 

Betreffend der rechtlichen Auseinandersetzung des VKI und der Vitalakademie zur Abgrenzung der Begriffe Ernährungstraining vs. Ernährungsberatung möchte ich Sie über den Zusammenhang etwas detaillierter aufklären.

Aufgrund der kürzlich erfolgten einseitigen medialen Veröffentlichungen betreffend der rechtlichen Auseinandersetzung des VKI (Verein für Konsumenteninformation) und der Vitalakademie in Bezug auf allg. Geschäftsbedingungen und eventuelle fehlende Hinweise auf der Website und im Katalog zur Abgrenzung der Begriffe Ernährungstraining vs. Ernährungsberatung möchte ich Sie über den Zusammenhang etwas detaillierter aufklären:

  • Das veröffentlichte Urteil ist massiv einseitig zugunsten des VKI ergangen und zudem nicht rechtskräftig.
  • Das Erstgericht ist auf keine Argumente seitens der Vitalakademie eingegangen. Aus diesem Grund haben wir eine massive Berufung fristgerecht eingebracht und gehen davon aus, dass die zweite Instanz anders entscheiden wird.
  • Es gibt unsererseits keine Irreführung, da alles was der VKI forderte, ohnehin längst auf der Webseite stand. Beispielsweise ist das Rechtsgutachten zu diesem Thema seit Sommer 2017 bei den rechtlichen Grundlagen auf der Webseite Dipl. ErnährungstrainerIn/Pädagogik veröffentlicht. Dies hat das Erstgericht völlig ignoriert und verkannt.
  • Mehr als zusätzlich offizielle Schreiben zur Thematik seitens der WKO und des Bunddesministeriums für Wirtschaft auf der Website anzuführen, können wir nicht tun. Dies ist mehr als unsere Mitbewerber an Information bereitstellen!
    • Sogar diese Schreiben hat das Erstgericht offensichtlich übersehen oder einfach nicht beachtet, obwohl die Oberste Gewerbebehörde hier längst eine Klarstellung im Sinne unserer Rechtsansicht geäußert hat. Nach unserer Auffassung ist daher die Entscheidung des Gerichtes zum Thema Ernährungstraining unschlüssig und unrichtig.
  • In über 60 Prozent aller Fälle betreffend AGB haben wir uns unterworfen und diese sofort geändert, auch dies hat der Erstgericht nicht beachtet. Es gab keine außergerichtliche Aufforderung seitens des VKI bei den AGB oder bei den rechtlichen Hinweisen etwas zu verändern, sondern es kam sofort eine Klagseinbringung. Der VKI wollte auch niemals einen Vergleich oder eine gütliche Einigung anstreben.
  • Letztlich wurde nur die Vitalakademie geklagt. Offensichtlich wollte man nur uns schaden, obwohl der Mitbewerb größtenteils dieselben oder ähnliche AGB pflegt. Beispielsweise wird behauptet, dass eine Mindestteilnehmerzahl für einen Kurs zum Nachteil des Konsumenten wäre! Dazu sind wir seitens der Zertifizierungsstellen sogar verpflichtet, um die Qualität und die Wirtschaftlichkeit zu sichern.

Sie können sich gerne selbst ein Bild machen, wie ausführlich wir schon seit Jahren auf unserer Website aufklären:

https://www.vitalakademie.at/ausbildung-ern%C3%A4hrungstrainer_ern%C3%A4hrungscoach

Rechtliche Grundlagen für die Selbständigkeit

Die Ausbildung zum/zur Dipl. Ernährungstrainer/in (Ernährungspädagogik) ist in Österreich nicht reglementiert und ersetzt kein Studium (z.B. Ernährungswissenschaften, Diätologie, Pädagogik bzw. Lehramtsstudium).

Ernährungstraining ist unter der Berücksichtigung der Berufs- und Tätigkeitsvorbehalte anderer Berufe (z.B. Ernährungsberatung im Sinne des §119 GewO) nur an gesunden Personen möglich!

Wissensvermittlung in Form der Unterrichtstätigkeit (z.B.: im Rahmen von Vorträgen, Workshops, Seminaren und Trainings) sind als solches gemäß § 2 GewO vom Anwendungsbereich der Gewerbeordnung ausgenommen, das heißt, hierfür ist keine Gewerbeberechtigung erforderlich.

Alle nützlichen gesetzlichen Grundlagen, Informationen zu Berufs- und Tätigkeitsvorbehalten und den Gesundheitsberufen finden Sie hier (im Zweifelsfall kann Ihnen die WKO oder ein Jurist individuelle Auskunft geben):

Ernährungstraining in der Praxis

Beim besten Willen! Wir haben uns beim Thema Ernährung nichts vorzuwerfen. Wir klären entsprechend der Rechtslage auf.

Oft interessieren sich die Kunden vorher aber nur für den Inhalt der Ausbildung. 90 Prozent befragen oder informieren sich nicht und informieren sich auch nicht in gewerberechtlicher Hinsicht, weil ihnen das zunächst egal ist, weil sie die Ausbildung ja für private Zwecke abschließen und sich zum Thema Ernährung auf höchstem Niveau – unsere Ausbildner sind meist Ernährungswissenschafter, die sich fortgebildet haben – bilden möchten. Oft erst Monate bis Jahre später kommt dann die Behauptung, dass sie eigentlich Ernährungsberater mit individueller Ernährungsberatung sein wollen. Das ist dann der Punkt, bei dem die Kunden dann trotz Aufklärung und Info auf der Website unrichtigerweise behaupten, sie hätten von nichts gewusst. Für diese kämpft dann der VKI.

Das haben wir aber niemandem zugesagt, und das geht auch rechtlich gar nicht, weil wir kein Studium zum/zur Ernährungswissenschafter/In oder Diätologen/In anbieten. Wir sind auch nicht die zuständige Gewerbebehörde.

Das sind die Fakten aus unserer Sicht.

Für weitere Fragen stehe ich gerne in einem persönlichen Gespräch unter Tel. 0732/607086 zur Verfügung.

Mit vitalen Grüßen!

Mario Weingartler
Geschäftsführer